Merkelzellkarzinom Risikofaktoren

Die Ursachen, die zur Bildung dieses seltenen Tumors auf der Haut führen sind noch nicht lückenlos geklärt. Es lassen sich jedoch gewisse Zusammenhänge zwischen bestimmten Risikofaktoren und dem Entstehen des Tumors erkennen.

Wie sieht ein Merkelzellkarzinom aus?

Die wichtigsten Risikofaktoren für ein Merkelzellkarzinom

  • Helle Hautfarbe
  • UV-Exposition durch Sonne oder Solarium
  • Geschwächtes Immunsystem (Immunsuppression), z.B. durch eine Erkrankung oder Medikamente
  • Merkelzell-Polyomavirus

Die wichtigsten Risikofaktoren für ein Merkelzellkarzinom

Ein hohes Risiko tragen dabei Personen, die über 70 Jahre alt sind, wobei der Hautkrebs in seltenen Fällen auch bei jüngeren Personen auftreten kann. Außerdem erkranken Männer häufiger am Merkelzellkarzinom. Diese Risikogruppen sollten deshalb regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge gehen und einen spezialisierten Hautarzt aufsuchen. Bei dieser einfachen Untersuchung kann ein Tumor früh erkannt werden, um eine wirksame Therapie einzuleiten

 

Risikofaktor helle Haut

Personen mit heller Haut sind grundsätzlich empfindlicher gegen UV-Strahlung. Somit ist bei ihnen das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erhöht.

 

Risikofaktor UV Strahlung

Die wissenschaftliche Datenlage deutet auf einen starken Zusammenhang zwischen dem Merkelzellkarzinom und ultravioletter Strahlung hin. Diese stellt eine doppelte Gefahr dar: Sie schädigt nicht nur die Haut und erhöht das Risiko einen Tumor zu entwickeln; sie unterdrückt auch das Immunsystem und schränkt so seine Fähigkeit ein, Hautschäden zu reparieren bzw. Hauterkrankungen zu bekämpfen. Das betrifft das Merkelzellkarzinom genauso wie den schwarzen und den hellen Hautkrebs.

Patienten bei denen eine Behandlung mit UVA-Licht durchgeführt wird oder wurde, erkranken außerdem 100-mal häufiger an einem Merkelzellkarzinom als die Allgemeinbevölkerung.

 

Risikofaktor geschwächtes Immunsystem

Eine eingeschränkte Funktion des Immunsystems und die Entstehung eines Tumors auf der Haut sind eng miteinander verknüpft: Menschen, bei denen das Immunsystem langfristig eingeschränkt ist, haben ein bis zu 15-fach erhöhtes Risiko, ein Merkelzellkarzinom zu entwickeln. Dazu gehören beispielsweise Personen mit hämatologischen Erkrankungen (Blutkrankheiten) oder Patienten, denen z.B. während einer klinischen Behandlung Immunsuppresiva (Medikamente, die das Immunsystem schwächen) verabreicht wurden.

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem erkranken außerdem in deutlich jüngerem Lebensalter an einem Merkelzellkarzinom. Untersuchungen zeigen: etwa die Hälfte der Merkelzellkarzinome bei immunsupprimierten Patienten treten vor dem Alter von 50 Jahren auf.

 

Merkelzell-Polymavirus

Im Jahr 2008 haben Wissenschaftler an der University of Pittsburgh das „Merkelzell-Polyomavirus“ entdeckt – ein Virus beim Menschen, das in etwa 80 Prozent aller Merkelzellkarzinome nachweisbar ist. Polyoma-Viren gehören zu der Familie der doppelsträngigen DNA-Viren. Ein Großteil der Bevölkerung ist bis zum Alter von 20 Jahren bereits mit diesem Virus in Kontakt gekommen. Es ist aber noch unklar, wann und unter welchen Umständen eine Infektion mit dem Virus zur Entstehung eines Merkelzellkarzinoms führt.

In Europa und den nördlichen USA ist das Virus in 20 Prozent aller Merkelzellkarzinome nicht nachweisbar; dieser Anteil ist z.B. in Australien deutlich höher. Daraus lässt sich schließen, dass das Virus bzw. seine kontinuierliche Anwesenheit nicht für alle Fälle von Merkelzellkarzinomen verantwortlich ist. Darüber hinaus tragen die meisten Menschen während ihres gesamten Lebens Polyomaviren, ohne jemals an dem Hautkrebs zu erkranken. Diese Beobachtungen könnten sich dadurch erklären lassen, dass nach einer Infektion mit dem Polyomavirus weitere Faktoren nötig sind, um die Krebsentwicklung zu stimulieren.

Im Ergebnis ist es wichtig, sich dieser Hautkrebs Risikofaktoren bewusst zu sein und sich bei neuen oder sich verändernden Schädigungen der Haut (z.B. Muttermale) daran zu erinnern. Außerdem ist es ratsam, regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge zu gehen. Diese einfache Untersuchung stellt eine effektive Methode zur Früherkennung von Tumoren der Haut dar. So erhöhen Sie die Chance, im Falle einer Erkrankung frühzeitig eine Therapie einzuleiten.

Wie Sie einem Merkelzellkarzinom vorbeugen können erfahren Sie hier. Finden Sie außerdem mit dem Hautkrebs Klinik-Finder einen spezialisierten Hautarzt direkt in Ihrer Nähe.

Quellen:

  • http://www.skincancer.org/skin-cancer-information/merkel/risk
  • The Melanoma Letter, A publication of the Skin Cancer Society, Vol. 27, No. 2; 2009; http://www.skincancer.org/media/legacy/stories/melanoma_letter/melanomaletter_27_2.pdf
  • European Cancer Patient Coalition [Internet]. Merkelzellkarzinom. [cited 2017, August 18] Available from: http://ecpc.org/mcc/de
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