Merkelzellkarzinom Therapie

Wie wird ein Merkelzellkarzinom behandelt?

Es gibt mehrere Behandlungsarten für das Merkelzellkarzinom, die in unterschiedlichen Situationen zum Einsatz kommen - auch in Kombination oder nacheinander.

Es gibt drei Hauptbehandlungen für das Merkelzellkarzinom:

  1. Chirurgische Exzision (Herausschneiden) der primären Läsion oder/und Lymphknoten,
  2. Strahlentherapie und 
  3. systemische Therapie einschließlich Chemotherapie und Immuntherapie1.

Die chirurgische Entfernung des Merkelzellkarzinoms

Das Ziel der chirurgischen Exzision ist es, das Merkelzellkarzinom (Primärtumor) so zu entfernen, dass es zu keinem erneuten Auftreten in der näheren Umgebung oder in den nahe gelegenen Lymphknoten kommt. Deshalb sollte der Tumor mit entsprechendem Sicherheitsabstand großflächig herausgeschnitten werden1. Leider ist aber auch bei einer Entfernung mit > 2 cm Rändern ein Wiederauftreten des Merkelzellkarzinoms möglich. Das Risiko des lokalen Rezidivs, welches je nach Krebsstadium unterschiedlich hoch ausfällt, kann durch die begleitende Anwendung (adjuvante) von Strahlentherapie erheblich verringert werden.

Die Strahlentherapie

Strahlentherapie (Radiotherapie) ist die Behandlung von Krebs mit ionisierender Strahlung1. Strahlentherapie schädigt das genetische Material von Krebszellen und verhindert ihr Wachstum. Allerdings schädigt Strahlentherapie auch die gesunden Zellen im Bereich der Strahlung. Die Strahlentherapie wird Patienten dann verabreicht, wenn sie das Risiko einer Tumorstreuung haben und sie die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens verringern wollen. Im Gegensatz zu einer Bestrahlung (lokale Therapie) bekämpft eine Chemotherapie den Krebs im gesamten Körper (systemische Therapie).

Die Chemoterapie

Chemotherapie zielt darauf, sich unkontrolliert teilende und schnell wachsende Krebszellen zu treffen. Allerdings werden dabei auch gesunde, sich schnell teilende Zellen beeinträchtigt. Patienten mit metastasiertem Merkelzellkarzinom kann eine Chemotherapie gegeben werden, besonders dann, wenn der Tumor in entfernte Organe wie Lunge oder Leber gestreut hat1. Allerdings war der bisherige Erfolg verschiedener Chemotherapien in fortgeschrittenen Merkelzellkarzinomen eher eingeschränkt und mit einigen schweren Nebenwirkungen verbunden.

Die Immuntherapie

Immuntherapie ist eine neue Möglichkeit Krebserkrankungen zu behandeln, wobei Substanzen eingesetzt werden, die den körpereigenen Immunzellen die Fähigkeit zurückzugeben, Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören.

Es gibt mehrere Therapien, die das Immunsystem stimulieren können. Zu den vielversprechendsten Optionen gehören die so genannten Checkpoint Inhibitoren. Tumorzellen entweichen dem Immunsystem durch das Aktivieren molekularer „Bremsen“ (wie das PD-1-Protein) auf der Oberfläche der körpereigenen Immunzellen. Die Checkpoint Inhibitoren (anti-PD-1 oder anti-PD-L1 Antiköper) führen dazu, dass diese Bremsen wieder gelöst werden und erlauben den Immunzellen wieder zu funktionieren und den Tumor zu bekämpfen.

Bitte wenden Sie sich mit Fragen zu den Therapieoptionen und für detaillierte Informationen an ihren behandelnden Arzt.

1 Dirk Schadendorf. Merkel cell carcinoma: Epidemiology, prognosis, therapy and unmet medical needs. European Journal of Cancer Volume 71; 1.2017; 53-69

Back to top
Hautkrebszentrum finden